****** Mit dem Ende 1977 erschienenen Album „Running On Empty“ schuf Jackson Browne eines der besten Werke der späten 70er Jahre. Es enthält Liveaufnahmen, aufgenommen an verschiedenen Orten. „Running On Empty“ ist ein Livealbum der besonderen Art, denn hier bietet der Meister kein live eingespieltes Best-Of Album sondern alle 10 Stücke hatte er vorher noch nie auf Platte veröffentlicht. Gleich mit dem Opener, dem Titelsong, setzt er Akzente. „Running On Empty“ ist ein kraftvoller mid-tempo Rocker und eines der besten Stücke, die Jackson Browne je aufgenommen hat. Es erinnert ein wenig an viele großartige Stücke eines Bruce Springsteens, nur mit dem Unterschied, daß sich der Boß bei dem ein oder anderen seiner Glanzstücke etwas an „Running On Empty“ orientiert hat. Wie dem auch sei, als Singleauskopplung verfehlte dieses famose Stück im Frühjahr 1978 nur knapp die amerikanischen Top 10 und machte Jackson Browne auch in Europa, wo über den Status eines Geheimtips bisher nicht hinaus gekommen war, einem breiteren Publikum bekannt. Das von Danny O’Keefe stammende, sehr sparsam, nur mit Gitarre und Geige instrumentierte „The Road“ ist eines jener Jackson Browne Lieder, das zum Zuhören zwingt. „Rosie“ ist eine wunderbare Ballade mit einem sehr schönen Pianospiel und schönen Vocalharmonien im Hintergrund. Ein schöner, gemäßigter Countryrocker ist „You Love The Thunder“, der seinerzeit einen soliden Singlehit abgegeben hätte. Nach Südstaaten C&W klingt „Cocaine“ aus der Feder von Gary Davis. Mit Sicherheit ist dieses Stück nicht jedermans Geschmack, ist aber auf jeden Fall sehr interessant. „Shaky Town“ aus der Feder von Daniel Kortchmar ist ein schleppender, aber sehr interessanter verhaltener Westcoast-Rocker. „Love Needs A Heart“ ist ein wunderschönes Lied, welches Jackson zusammen mit Valerie Carter und Lowell George von Little Feat verfaßt hat. Musikalisch eher untypisch ist „Nothing But Time“, einer Mischung aus Westcoast-Rock und etwas Soul. Die in Europa wohl bekanntesten Stücke von Jackson Browne sind mit Sicherheit „The Load-Out“ und seine Version des inzwischen im deutschsprachigen Raum durch eine Bierwerbung längst zu Tode gespielten „Stay“. Als Single Doppel A-Seite kam diese beiden unglaublich mitreißenden Lieder im Sommer 1978 in England immerhin bis in die Top 10 und bescherte ihm auch in den USA einen soliden Hit. Das launische „The Load-Out“ besticht durch seinen C&W Touch und „Stay“ durch die Falsettstimme von David Lindley. Mit „Running On Empty“ ist Jackson Browne einmal mehr ein großartiges Werk gelungen. Wenn man einmal die 20 besten Alben der 70er Jahre aufzählen sollte, dann darf dieses Album auf keinen Fall fehlen. Ihr wollt Jackson Browne kennenlernen? Dann greift am besten als erstes zu „Running On Empty“. Das Album ist weitaus mehr wert als es kostet. |