****** Das bereits 5. Studioalbem der 1981 gegründeten Band aus Texas - jedoch erst das 2. mit Schreihals Phil "Unscarred" Anselmo - und für viele überhaupt das erste Werk der Band, das sie wahrnahmen. Veröffentlicht wurde der Bastard 1990 und verdutzte viele alte Fans und begeisterte dafür umso mehr Thrashmetal-Hörer mit ultrapräzisen Riffs; knallhart, fies und gemein - angetrieben von Anselmos "Hasstiraden", die exakt dahin zielten, wo es weh tut.
Bezeichnend für "Cowboys.." ist sicher das variable, technisch brillante, stilprägende Gitarrenspiel von Saitenhexer Darrell Lance Abbott/Diamond "Dimebag" Darrell (RIP 2004 - wurde on stage erschossen...) - jedoch auch die wuchtige Produktion der Scheibe, welche die Platte ganz anders klingen lässt als der 88er Vorgänger "Power Metal", auf dem Anselmo als Sänger seinen Einstand gab... Anselmo war eine Bereicherung für die Truppe, doch seine Trümpfe spielte der damals noch sehr aggressive Jungspund erstmals voll auf "Cowboys from hell" aus; die Mischung aus James Hetfield-ähnlichem Geschrei und hohen Screams ala Rob Halford, waren Vorlage für viele Nachwuchssänger... Leider benutzte Anselmo die hohe Stimmlage ab da immer seltener, doch im Übersong "Cemetary gates" kommt neben hartem Gesang auch die hohe Singstimme Anselmos zum Einsatz - neben dem krassen Text und der wunderschönen Melodie. "Cemetary gates" ist für mich eine der besten Metal"balladen" (naja), die je geschrieben wurden. Doch nicht nur dieser Song überzeugt vollends; auch der Titaltrack "Cowboys from hell" spaltet Köpfe, "Heresy" und "Shattered" stehen dem in nichts nach.
Ihr groovender, frischer Powerthrashmetal beeinflusste ab 1990 viele junge Bands und "alte Hasen" wie Judas Priest "verfluchten" die Band jeden Abend auf Tour, weil Pantera jene Kulttruppe gnadenlos an die Wand spielte - nicht zuletzt deswegen klang das erste Soloprojekt vom ausgestiegenen Judas Priest-Sänger - dem Metal-God persönlich - Rob Halford nach Pantera: "Fight"!
Das direkte Album gehört heute noch zu den Glanztaten der 90er in Sachen Metal, war wie schon erwähnt wichtig für alle Groove-Metal-Kapellen, die ab dann wie Pilze aus dem Boden schossen (und besonders Anselmos Geschrei wurde oft kopiert, was auch ein wichtiger Einfluss für den - unnötigen - Nu Metal war). Zwar lieferte die Band 1992 mit "Vulgar display of power" ein noch härterer, finsterer Brocken ab, doch "Cowboys from hell", das die Band selber oft als ihr Debutalbum anpries, um die Metal-Vergangenheit zu überspielen, bleibt für mich ihr bestes und charismatischstes Album. Klare 6*, muss man haben! |