***** Nach dem Ende der Beatles war Ringo Starr derjenige Musiker, dem die internationalen Musikkritiker eine erfolgreiche Solokarriere zutrauten. Ringo strafte aber alle Kritiker Lügen und legte in den Jahren 1971-1975 eine beachtliche Erfolgsserie hin. Zwar besaß er auch nicht annähernd das musikalische Potential eines Paul McCartney, John Lennon oder George Harrison, trotzdem konnte er seine begrenzten musikalischen Fähigkeiten optimal einsetzen, um eine Reihe hervorragender, sehr unterhaltsamer Scheiben einzuspielen. Und genau bei der Unterhaltsamkeit seiner Musik liegen Ringos Stärken. Wenn man sich einmal seine Platten anhört, dann spürt man, daß er und seine zumeist prominenten Mitstreiter mit Spaß bei der Sache waren und genau das macht seine Musik so liebenswert. Das er auch für musikalische Überraschungen gut war, bewies er bereits 1970 mit den beiden LPs „Sentimental Journey“ –eine Ansammlung von alten Schlagern der 40er Jahre- der Country-beienflußten Musik auf „Beaucoups Of Blue“. Mit den Erfolgen seiner Singles der Jahre 1971 – 1975 („It Don’t Come Easy“, „Back Off Boogaloo“, „Photograph“, „You’re Sixteen“, „Oh, My My“, „Only You“ und „No No Song“ – in den USA allesamt in den Top 10) bewies er, daß er erfolgsmäßig mit seinen alten Bandkumpels mithalten konnte. Alle diese Titel sind auf dem vorzüglichen und sehr empfehlenswerten Sampler „Blast From Your Past“ aus dem Jahre 1975 enthalten. Nach dem Ende von Apple Records unterschrieb Ringo einen Vertrag bei Polydor und veröffentlichte 1976 das Album „Ringo’s Rotogravure“. Allerdings hatte sich der Musikgeschmack des internationalen Publikums sich geändert und Ringos Musik kam nicht mehr so gut an. Lediglich das amerikanische Publikum hielt ihm die Stange und bescherte den beiden Singleauskopplungen „A Dose Of Rock’N’Roll“ im Herbst 1976 einen mittleren Hit und seiner Neuaufnahme des Bruce Chanel Klassikers „Hey Baby“ Anfang 1977 einen Minihit. Obwohl er mit „Ringo The 4th“ (1977) und „Bad Boy“ (1978) zwei vorzügliche LPs nachlegte, konnte er nicht mehr an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen, keinen weiteren Hit mehr landen. Für sein nächstes Album „Stop And Smell The Roses“ ließ er sich drei Jahre Zeit. In der weltweiten Hysterie um den Tod von John Lennon verkaufte sich das Album wider Erwarten recht gut und mit „Wrack My Brain“ gelang ihm nach vielen Jahren wieder ein solider Singlehit. Das knapp zwei Jahre später erschienene, von Joe Walsh produzierte Album „Old Wave“ ist meines Erachtens Ringos bestes Werk, konnte sich bei seinen Erscheinen im Jahre 1983 allerdings nicht behaupten. Der Sampler „Starr Struck: Best Of Ringo Starr, Vol. 2“ beinhaltet Stücke aus den Alben „Ringo’s Rotogravure“ („A Dose Of Rock’N‘ Roll“, „Hey Baby“ und „Cookin‘“), „Ringo The 4Th“ („Can She Do It Like She Dance“), „Bad Boy“ („Hard Times“, „Who Needs A Heart“ und „Heart On My Sleeves“), „Stop And Smell The Roses“ (Wrack My Brain“, „Attention“, „Private Property“ und „Sure To Fall In Love With You“) sowie „Old Wave“ („In My Car“, „I Keep Forgettin‘“ und „Hopeless“). Alle Stücke sind durchgehend toll gespielt (dafür garantieren schon Musiker wie George Harrison, John Lennon, Paul und Linda McCartney, Joe Walsh, Chris Stainton, Gary Brooker, Mo Foster, Danny Kortchmar, Mac Rebennack alias Dr. John, Jim Keltner, Ray Cooper, Michael und Randy Brecker, Lawrence Juber, Peter Frampton, Klaus Voormann sowie Melissa Manchester als Backgroundsängerin) und exzellent produziert (von Arif Mardin, Vinvi Poncia, Paul McCartney, George Harrison und Joe Walsh). Der Sampler ist die ideale Ergänzung und nahtlose Fortsetzung zu „Blast From Your Past“ und bietet nebenbei ein uneingeschränktes Hörvergnügen. |